Mittelalterliche und neuzeitliche Handschriften aus aller Welt, Briefe und Autographen, Musikhandschriften

Altsüdarabische Inschriften auf Holzstäbchen

Altsüdarabische Inschriften auf Holzstäbchen

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt die weltweit zweitgrößte Sammlung an hölzernen Schriftdokumenten aus dem antiken Südarabien, dem heutigen Jemen. Es handelt sich dabei um Alltagskorrespondenz in sabäischer und minä¤ischer Sprache: Briefe, Rechts- und Wirtschaftsurkunden, Schreibübungen und Texte aus der rituellen Praxis. Die in Palmblattrippen und Holzstäbchen eingeritzten Texte dokumentieren die gesamte Spanne der altsüdarabischen Kultur vom frühen 1. Jahrtausend v. Chr. bis in die unmittelbar vorislamische Zeit.

Babylonischer Talmud, Pergamenthandschrift, Frankreich (?) 1342  - Cod.hebr.95

Babylonischer Talmud, Pergamenthandschrift, Frankreich (?) 1342 - Cod.hebr.95

Der Babylonische Talmud hat als die kostbarste hebräische Handschrift der Bayerischen Staatsbibliothek zu gelten. Er ist die einzige noch erhaltene Handschrift aus dem Mittelalter, die den Text des Babylonischen Talmuds fast vollständig enthält. In seiner altertümlichen Aufmachung und Anordnung sowie mit seinen zahlreichen Varianten, Zusätzen und Korrekturen bietet er einen einzigartigen Einblick in das Gesamtwerk und spiegelt den älteren Überlieferungszustand zu einer Zeit lange vor dem ersten Druck. Zu seiner unschätzbaren wissenschaftlichen Bedeutung kommt die hohe ideelle Wertschätzung, die zu einem entsprechenden Benützungsdruck für den Codex führte. Den unmittelbaren Anlass für die Digitalisierung bildete der Wunsch der israelischen Nationalbibliothek, auf ihrer Website eine digitale Wiedergabe dieser Handschrift bieten zu können. Dem soll nun mit der Möglichkeit, einen Link auf den Server der Bayerischen Staatsbibliothek zu setzen, entsprochen werden. Zugleich eröffnet die Digitalisierung die Aussicht, die aus konservatorischer Sicht nicht mehr vertretbare Benützungsfrequenz dieser Handschrift entscheidend zu verringern.

Briefe und Einzeldokumente berühmter Persönlichkeiten (Autogr.Cim.)

Briefe und Einzeldokumente berühmter Persönlichkeiten (Autogr.Cim.)

Diese Sammlung von mehr als 600 Briefen und Einzeldokumenten berühmter Persönlichkeiten stellt den wertvollsten Teil der insgesamt ca. 35.000 Einzelstücke umfassenden Autographensammlung der Bayerischen Staatsbibliothek dar. Eine Notiz König Ferdinands II. von Aragon aus dem Jahr 1505 kann als das älteste Stück angesehen werden; die jüngsten Briefe stammen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung umfasst Autographen von Regenten und Staatsmännern, Komponisten und bildenden Künstlern, Schriftstellern und Dichtern, Gelehrten und Philosophen. Die größten Gruppen bilden Briefe König Ludwigs II. von Bayern, des Komponisten Richard Wagner und des Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling. Als eines der bedeutendsten Stücke kann der Brief Friedrich von Schillers an Christian Gottfried Körner über dessen erste Begegnung mit Goethe angesehen werden.

Codex Falkensteinensis (1166 - 1196)

Codex Falkensteinensis (1166 - 1196)

Kooperationspartner: Bayerisches Hauptstaatsarchiv

Der "Codex Falkensteinensis" oder "Falkensteiner Codex" gehört zur Quellengattung der Traditionsbücher. Der Codex nimmt innerhalb der Traditionsbücher eine besondere Stellung ein, da er das einzige erhaltene Traditionsbuch einer hochmittelalterlichen weltlichen Adelsfamilie ist, während die anderen Traditionsbücher ausschließlich von geistlichen Grundherrschaften stammen. Die Handschrift befindet sich heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München (Signatur: KL Weyarn 1).
Zum Projekt
Die Digitalisierung des Codex Falkensteinensis erfolgte gemeinsam mit der dazugehörigen Edition von Elisabeth Noichl, Codex Falkensteinensis Die Rechtsaufzeichnungen der Grafen von Falkenstein. In der Edition ergänzt Elisabeth Noichl den Text des Codex durch eine kurz nach dem Codex Falkensteinenis entstandene und nur kopial überlieferte deutsche Übersetzung des Codex.
Die Bereitstellung der Handschrift und der Edition erfolgt in mehreren Stufen. Sie beginnt mit der Bereitstellung der reinen Blätterversionen, wobei die Edition durch ein Inhaltsverzeichnis erschlossen ist. In einem weiteren Projektabschnitt werden die Images der Handschrift und der Edition verknüpft und der als Volltext erschlossene Editionstext mit einer umfangreichen Suchfunktion bereitgestellt, des weiteren werden die im Register genannten Ortsnamen mit der Bayerischen Ortsnamendatenbank der BLO verknüpft. Die Einbindung eines moderierten Dialogmoduls soll Forschern und wissenschaftlich interessierten Personen die Möglichkeit des ergänzenden Wissenstransfers bieten.

Bibiografische Angaben:
[BayHStA KL Weyarn 1: Codex Falkensteinensis, Herrenchiemsee : 1166
Noichl, Elisabeth: Codex Falkensteinensis : Die Rechtsaufzeichnungen d. Grafen von Falkenstein / Elisabeth Noichl 1978]

Codices bavarici monacenses Catalogi (Cbm Cat.)

Codices bavarici monacenses Catalogi (Cbm Cat.)

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Einbandsammlung

Einbandsammlung

Förderung:

Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt als größte deutsche Sammlung mittelalterlicher Handschriften und Inkunabeln sowie aufgrund ihres umfangreichen Bestands an Drucken des 16. Jahrhunderts eine reiche Sammlung von frühneuzeitlichen Bucheinbänden. Da ein hoher Anteil der Altbestände infolge der Säkularisation altbayerischer und schwäbischer Klöster in die Bibliothek gelangte, entstanden die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Einbände überwiegend in Buchbinderwerkstätten dieser Region.
Unter dem Buchhistoriker und Einbandkundler Ferdinand Geldner (1902-1989), dem Leiter der Inkunabelsammlung der Bayerischen Staatsbibliothek, wurde eine umfangreiche Materialsammlung zu frühneuzeitlichen Bucheinbänden aufgebaut. Sie umfasst zahlreiche Einband-Durchreibungen, die für die wissenschaftliche Zuordnung von blindgeprägten Einbänden zu Werkstätten verwendet werden. Dieses Quellenmaterial wird digitalisiert und in der gemeinsamen deutschen Einbanddatenbank erschlossen, um es für die buch- und kunsthistorische Forschung verfügbar zu machen und neue Erkenntnisse zur Herkunft, Verbreitung und Rezeption von Handschriften und alten Drucken zu ermöglichen.
http://www.hist-einband.de/muenchen_sammlung.shtml
Daneben legte Geldner eine Sachkartei zur Einbandsammlung an, in der neben Buchbindern und Vorbesitzern von Einträgen auch Stilrichtungen und technische Besonderheiten verzeichnet sind. Die Kartei wurde im Rahmen des DFG-geförderten Projekts ‚Einbanddatenbank’ digitalisiert und wird hier im Internet bereitgestellt.

Europeana Regia: Kooperative digitale Bibliothek königlicher Handschriften des europäischen Mittelalters und der Renaissance - Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek

Europeana Regia: Kooperative digitale Bibliothek königlicher Handschriften des europäischen Mittelalters und der Renaissance - Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek

Kooperationspartner: Bibliothèque nationale de France Paris
Bibliothèque royale de Belgique Brüssel
Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Biblioteca Historica, Universitat de València

Förderung:
Europäische Kommission

Ziel von Europeana Regia ist es, ein europäisches Korpus digitalisierter Handschriften zusammenstellen – allesamt beeindruckende Zeugnisse der Verbreitung von Texten und der Kunst in Europa in der Zeit des Mittelalters und der Renaissance. Hierzu wurden repräsentative Sammlungen, die heute auf verschiedene EU-Mitgliedsstaaten verteilt sind, ausgewählt, um gezielt wichtige Ereignisse der politischen, kulturellen und künstlerischen Geschichte Europas zu beleuchten. Das Projekt besteht aus drei Teilprojekten und umfasst insgesamt 874 Handschriften:

1. Die „Bibliotheca Carolina“, für die insgesamt 425 Meisterwerke der wichtigsten Abteien und Klosterschulen des Karolingerreiches (8.-9. Jahrhundert) – darunter Reichenau, Saint-Denis, Corbie, Reims, Saint-Amand, Freising und Weißenburg (Wissembourg) – digitalisiert werden. Die Handschriften veranschaulichen in herausragender Weise die geistige und künstlerische Tätigkeit dieser Zentren des religiösen Lebens, der kirchlichen und weltliche Macht, sowie ihren reichen Austausch von Texten und künstlerischen Vorbildern. Die für Europeana Regia zu digitalisierenden Text- und Bildzeugnisse stellen circa 50 % aller heute noch in Europa erhaltenen Karolingerhandschriften dar. Die Bayerische Staatsbibliothek wird mit 114 weit mehr als ein Viertel aller Handschriften zu diesem Projekt beitragen.

2. Die Bibliothek König Karls V., die bedeutendste königliche Sammlung illuminierter Handschriften aus dem 14. Jahrhundert, stand – v.a. auch aufgrund der zahlreichen hiervon gefertigten Abschriften – im Zentrum der adeligen Kultur in Frankreich, England, Flandern und Burgund. Von insgesamt 167 Handschriften wird an der Bayerischen Staatsbibliothek eine digitalisiert und erschlossen werden.

3. Die Bibliothek der aragonischen Könige von Neapel: Diese prächtige Sammlung ist eine einzigartige Ansammlung von Meisterwerken der französischen, venezianischen, neapolitanischen, lombardischen und spanischen Buchmalerei. Sie ist über politische Grenzen hinweg ein Symbol der kulturellen Einheit Europas. Zu den insgesamt 282 Handschriften wird die Bayerische Staatsbibliothek einen Codex beitragen.

Forschungsdokumentation zu Handschriften und Seltenen Drucken der Bayerischen Staatsbibliothek

Forschungsdokumentation zu Handschriften und Seltenen Drucken der Bayerischen Staatsbibliothek

Förderung:

Die Forschungsdokumentation zu den Handschriften und Seltenen Drucken der Bayerischen Staatsbibliothek wird seit kurzem in Form eines elektronischen Online-Katalogs geführt, der über die Homepage der Bibliothek angeboten werden soll. In dem Projekt wird der bisher auf Karten geführte Literaturkatalog mit ca. 120.000 Nachweisen digitalisiert und in die Datenbank integriert. Die Karten werden zu diesem Zweck gescannt und einige Angaben manuell erfasst. Diese Angaben werden in die Datenbank eingespielt und mit den Images der Katalogkarten verknüpft. Das Vorhaben zielt darauf ab, die komplette Forschungsdokumentation, die bisher nur vor Ort einsehbar war, über das Internet allgemein zugänglich zu machen.
Recherchemöglichkeiten:
Freie Suche, Hss-Signatur, Jahr, Aspekt, Titel, Autor, Herkunft, Gesamttitel, Standortsignatur.

Frauenklöster - Handschriften und Inkunabeln

Frauenklöster - Handschriften und Inkunabeln

Kooperationspartner: Bayerisches Hauptstaatsarchiv
Prof. Dr. Eva Schlotheuber (Heinrich Heine-Universität Düsseldorf)

Förderung:

Die 'Schriftlichkeit in süddeutschen Frauenklöstern' steht im Mittelpunkt eines Kooperationsprojektes, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Aktionslinie 'Bibliotheken und Archive im Verbund mit der Forschung' gefördert wird. Der programmatisch neue Ansatz ermöglicht eine enge Zusammenarbeit von Erschließung, Digitalisierung und wissenschaftlichen Erforschung der mittelalterlichen Handschriften, der pragmatischen Schriftlichkeit und Urkunden aus ausgewählten süddeutschen Frauenklöstern. Das Projekt wird gemeinsam von der Bayerischen Staatsbibliothek, vom Bayerischen Hauptstaatsarchiv und Prof. Dr. Eva Schlotheuber (ehemals Westfälische Wilhelms-Universität, jetzt Heinrich Heine-Universität Düsseldorf) durchgeführt.

Die ausgezeichnete Überlieferung der Bibliotheks- und Archivbestände der Dominikanerinnen von Altenhohenau, des Birgittenklosters Altomünster, der Münchner Klarissen (St. Jakob am Anger) und Franziskanerinnen (Pütrichhaus) sowie der Benediktinerinnen in Neuburg / Donau ermöglicht es, anhand der Handschriften, Archivalien und Wiegendrucke erstmals systematisch und umfassend das Bildungs- und Bibliotheksprofil der weiblichen Gemeinschaften zu rekonstruieren und auszuwerten. Als Kriterien dienen Zusammensetzung und Aufbau der Buchsammlungen, Abschreibtätigkeit, Sprachkompetenz und Verfasserschaft der Frauen, Verhältnis von Text und Bild, Rezeption ‚moderner’ Literatur und Austausch mit Laienkreisen. Das ebenfalls reich überlieferte konventsinterne ‚Gebrauchsschriftgut’ (Konventstagebücher, Konventschroniken, Rechnungsbücher, Urbare, Kopiare, Traditionsbücher etc.) gestattet darüber hinaus einen wertvollen Einblick in die innere Situation der Konvente, in Verwaltungsstrukturen und Archivorganisation. Nicht zuletzt ist das ‚Gebrauchsschriftgut’ als eines der raren Segmente von Schriftlichkeit zu werten, die von den Frauen selbst verfasst wurden.

Im Projekt werden in einem Zeitraum von drei Jahren etwa 150 lateinische und deutsche Handschriften sowie Fragmente der BSB digitalisiert und 71 dieser Handschriften, für die nur Beschreibungen des 19. Jahrhunderts vorliegen, neu katalogisiert.

Freisinger Handschriften (Traditionsbücher, Kopialbücher, Urbare und Rechnungsbücher)

Freisinger Handschriften (Traditionsbücher, Kopialbücher, Urbare und Rechnungsbücher)

Kooperationspartner: Bayerisches Hauptstaatsarchiv

Als Traditionsbuch wird ein vorwiegend im süddeutsch-alpenländischen Raum verbreitetes Amtsbuch eines Klosters oder Bistums (Hochstifts) bezeichnet, in das die Übereignungen an diese Institution in Form von Traditionsnotizen eingetragen wurden. Traditionsbücher dokumentieren Eigentumsverhältnisse und Gütergeschäfte, aber auch die Übereignung von Personen an die geistlichen Einrichtungen (sog. liber censualium). Seit dem Frühmittelalter sind große abschriftliche Sammlungen von Urkunden bekannt, z.B. die Traditionsbücher der Bischöfe von Freising, neben die dann später weitere Amtsbücher (Kopialbücher, Urbare) treten.
Im Bayerischen Hauptstaatsarchiv befinden sich zahlreiche wertvolle mittelalterliche Traditionsbücher. Sie sind überwiegend während der Säkularisierung im 19. Jahrhundert in staatlichen Besitz gelangt und zählen heute zweifellos zu den wichtigsten Quellen der früh- und hochmittelalterlichen Geschichte Altbayerns.
Im Jahr 2006 wurde mit der Digitalisierung der Traditionsbücher begonnen. Eine Auswahl der bedeutendsten Exemplare wird an dieser Stelle in digitaler Form bereitgestellt.
Die "Die Freisinger Handschriften" sind ein Angebot der Bayerischen Landesbibliothek Online, des zentralen kulturwissenschaftlichen Informationsportals zu Bayern und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs.

Gebetbuch Karls des Kahlen

Gebetbuch Karls des Kahlen

Kooperationspartner: Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

Das kleinformatige Gebetbuch (14,2 x 11,5 x 3,7 cm) stammt aus dem persönlichen Besitz Karls des Kahlen (823-877), dem Enkel Kaiser Karls des Großen, der 843 die westfränkische Königswürde erlangte und 875 in Rom zum Kaiser gekrönt wurde. Die 46 Pergamentblätter der Handschrift (13,5 x 11 cm) wurden zwischen 846 und 869 in der so genannten Hofschule Karls des Kahlen aufwändig gestaltet. Das Buch enthält Buß- und Stundengebete, Psalmen sowie Gebete für verschiedene Anlässe, die für den Gebrauch Karls abgewandelt wurden. Der Text ist vollständig in Gold, teilweise auf Purpur geschrieben, die Seiten sind mit Ornamentbordüren gerahmt und mit Initialen geziert. Auf der Doppelseite vor einem Gebet zur Verehrung des Heiligen Kreuzes (fol. 38v-39r) finden sich die einzigen figürlichen Darstellungen der Handschrift, zwei ganzseitige Miniaturen, die den Herrscher in Anbetung des gekreuzigten Christus zeigen.

Das Gebetbuch Karls des Kahlen in der Schatzkammer der Residenz München (ResMü.Schk0004-WL) ist das älteste überlieferte Königsgebetbuch des Mittelalters. Es gehört zu einer Gruppe prunkvoller Handschriften höchsten Anspruchs, die im Auftrag Karls des Kahlen entstanden und einen letzten Höhepunkt karolingischer Buchkunst darstellen.

Vom 14. Jahrhundert bis zur Reformation ist die Handschrift im Großmünster von Zürich nachweisbar. Danach gelangte sie in das Kloster Rheinau (Schweiz), wo sie Herzog Wilhelm V. von Bayern 1583 für München erwerben konnte. Den heutigen Einband aus Leder mit Goldstickerei und bayerischen Perlen, ließ wohl erst Kurfürst Maximilian I. von Bayern nach 1635 anfertigen. Dieser ersetzte den ursprünglichen Buchdeckel, der historischen Beschreibungen zufolge zwei Elfenbeinreliefs mit Darstellungen der Verkündigung und der Heimsuchung bzw. der Geburt Jesu Christi aufwies, die sich heute nicht mehr eindeutig nachweisen lassen.

Handschriften  (südasiatische - Cod.beng., Cod.Chakma, Cod.guj., Cod.hind., Cod.Kann., Cod.Lepcha,  Cod.Malayal., Cod.Marathi, Cod.nepal., Cod.Oriya, Cod.pal., Cod.pañj., Cod.sanscr., Cod.Sindhi, Cod.singh., Cod.tam., Cod.Telugu, Cod.Urdu)

Handschriften (südasiatische - Cod.beng., Cod.Chakma, Cod.guj., Cod.hind., Cod.Kann., Cod.Lepcha, Cod.Malayal., Cod.Marathi, Cod.nepal., Cod.Oriya, Cod.pal., Cod.pañj., Cod.sanscr., Cod.Sindhi, Cod.singh., Cod.tam., Cod.Telugu, Cod.Urdu)

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Handschriften (afrikanische - Cod.aethiop., Cod.copt., Cod.pun., Cod.Vai)

Handschriften (afrikanische - Cod.aethiop., Cod.copt., Cod.pun., Cod.Vai)

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Handschriften (arabische - Cod.arab.)

Handschriften (arabische - Cod.arab.)

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Handschriften (deutsche - Cgm)

Handschriften (deutsche - Cgm)

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Handschriften (griechische - Cod.graec.)

Handschriften (griechische - Cod.graec.)

Der griechische Handschriftenfonds der Bayerischen Staatsbibliothek umfasst rund 650 Codices und ist damit, nach dem Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien, die zweitgrößte Sammlung im deutschsprachigen Raum. Der Münchener Fonds ist seit langem in der internationalen Gelehrtenwelt bekannt und wegen seiner Qualität immer rege benutzt worden. Seine Bedeutung im Rahmen der deutschen Kulturgeschichte ist anerkannt und in der Literatur vielfach belegt.

Der Münchener Bestand war jedoch bis vor wenigen Jahren nur im mittlerweile veralteten, von Ignaz Hardt in den Jahren 1806 bis 1812 erstellten fünfbändigen Katalog vollständig erschlossen. Da der Gesamtbestand griechischer Handschriften weltweit überschaubar und die Forschung auf dem Gebiet griechischer Paläographie, Kodikologie und Filigranologie seit ihren Anfängen landesübergreifend ist, ist eine vollständige Neubearbeitung des Münchener Fonds national und international ein dringendes Desiderat. Die seit 1992 kontinuierlich betriebene Katalogisierung soll dies erfüllen und so eine Einordnung der Münchener Sammlung in den durchaus überschaubaren „Weltgesamtbestand“ an griechischen Codices ermöglichen. Von dem auf zehn Bände angelegten Katalog sind bisher Band 1 (2004), Band 2 (2013), Band 3 (2003), Band 4 (2012) mit Beschreibungen der Cod.graec. 1-265 sowie Band 10,1 (2002) mit einem Überblick über die Geschichte der Münchener Sammlung griechischer Handschriften bis zur Säkularisation 1803 erschienen. Mit der Arbeit am fünften Band wurde 2009 begonnen.

Im Rahmen des Katalogisierungsprojekts werden mit Unterstützung der DFG die griechischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek in Auswahl digitalisiert.

Handschriften (hebräische - Cod.hebr.)

Handschriften (hebräische - Cod.hebr.)

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Handschriften (lateinische - Clm)

Handschriften (lateinische - Clm)

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Handschriften (orientalische und ostasiatische Sprachen)

Handschriften (orientalische und ostasiatische Sprachen)

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Handschriften (ostasiatische - Cod.cor., Cod.jap., Cod.Nachi, Cod.sin.)

Handschriften (ostasiatische - Cod.cor., Cod.jap., Cod.Nachi, Cod.sin.)

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Handschriften (sonstige europäische Sprachen)

Handschriften (sonstige europäische Sprachen)

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Handschriften (sonstige orientalische - Cod.armen., Cod.Bal., Cod.curd., Cod.mand., Cod.Paschto, Cod.pers., Cod.syr., Cod.turc., Cod.Zend)

Handschriften (sonstige orientalische - Cod.armen., Cod.Bal., Cod.curd., Cod.mand., Cod.Paschto, Cod.pers., Cod.syr., Cod.turc., Cod.Zend)

Kooperationspartner:

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Handschriften (südostasiatische - Cod.birm., Cod.Batak, Cod.jav., Cod.kamb., Cod.Lamp., Cod.laot., Cod.malai, Cod.philipp., Cod.siam.)

Handschriften (südostasiatische - Cod.birm., Cod.Batak, Cod.jav., Cod.kamb., Cod.Lamp., Cod.laot., Cod.malai, Cod.philipp., Cod.siam.)

Kooperationspartner:

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Handschriften (zentralasiatische - Cod.Mandschu, Cod.mongol., Cod.tibet.)

Handschriften (zentralasiatische - Cod.Mandschu, Cod.mongol., Cod.tibet.)

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen großen Handschriftenbestand, den sie nach und nach über das Internet einem interessierten Publikum zugänglich machen möchte. Dieses digitale Angebot wird ständig erweitert. Die Digitalisate werden von Originalen in Farbe oder von vorhandenen Mikrofilmen in bitonaler Qualität bzw. in Graustufen hergestellt.

Handschriften aus dem ehemaligen Benediktinerkloster St. Emmeram in Regensburg

Handschriften aus dem ehemaligen Benediktinerkloster St. Emmeram in Regensburg

Kooperationspartner:

Förderung:

Aufgrund seiner geistesgeschichtlichen Bedeutung, seines Alters und seiner Größe ist der Handschriftenfonds aus dem ehemaligen Benediktinerkloster St. Emmeram in Regensburg einer der Kernbestände der Handschriftensammlung der Bayerischen Staatsbibliothek München. Nach der Säkularisation gelangten 1811/2 über 1000 Handschriften in die Münchener Hofbibliothek. Im Fonds der Codices latini monacenses sind unter den Nummern 14000-15028 heute 943 lateinische Handschriften aus St. Emmeram vorhanden. Weitere Emmeramer Handschriften finden im Bestand der deutschen mittelalterlichen Handschriften (Cgm) sowie einzelne Codices im Bestand der griechischen Handschriften (Cod.graec.) und der hebräischen Handschriften (Cod.hebr.).

Beim Fonds aus St. Emmeram handelt es sich um eine über nahezu 1000 Jahre gewachsene und weitgehend intakt erhaltene benediktinische Klosterbibliothek, in der neben herausragenden Zimelien wie dem Codex Aureus aus der Hofschule Karls des Kahlen (Clm 14000) und der einzigen vollständig erhaltenen Abschrift der Werke der Hrotsvit von Gandersheim (Clm 14485) die theologische und juristische Standardliteratur des Mittelalters, aber auch klassische und historische Quellenwerke sowie naturwissenschaftliche, astronomische und medizinische Fachtexte in seltener Breite und Qualität vorhanden sind. Die Anfänge der Klosterbibliothek und des Skriptoriums reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Neben Handschriften, die im Skriptorium des Klosters entstanden oder von Konventualen angefertigt wurden, sind auch Handschriften aus Frankreich, Italien und Böhmen in das Kloster gelangt. Im Geistesleben der freien Stadt Regensburg und des Herzogtums Bayern spielte das Kloster bis in die frühe Neuzeit eine zentrale Rolle. Vor der Säkularisation 1803 stellte die Büchersammlung aufgrund ihres Umfangs und Inhalts eine der bedeutendsten Klosterbibliotheken dar und übertraf die meisten deutschen Universitätsbibliotheken. Innerhalb des Fonds sind die Handschriften nach der Aufstellungssystematik des 18. Jahrhunderts geordnet.

Der Bestand ist bisher lediglich in einem Inventarkatalog des 19. Jahrhunderts: http://www.bsb-muenchen.de/Handschriftliche-Kataloge.1694.0.html vollständig erschlossen.
Die Neukatalogisierung wird seit 1988 von der DFG gefördert; die neuen Beschreibungen sind über Manuscripta mediaevalia recherchierbar:
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/projekt_muenchen-emmeram.htm

Parallel zur Katalogisierung werden alle Emmeramer Handschriften, für die bereits moderne Beschreibungen vorliegen, im Projekt digitalisiert und online zugänglich gemacht.

Handschriftendatenbank / Retrokonversion älterer Handschriftenkataloge

Handschriftendatenbank / Retrokonversion älterer Handschriftenkataloge

Kooperationspartner: Staatsbibliothek zu Berlin-Preußischer Kulturbesitz
Bildarchiv Foto Marburg

Förderung:

Für das seit 1996 laufende Projekt Handschriftendatenbank werden von der Bayerischen Staatsbibliothek seit dem Jahr 2000 ältere Handschriftenkataloge konvertiert. Bis zum Ende der ersten Projektphase wurden neun ältere Handschriftenkataloge mit annähernd 10.000 Beschreibungen gescannt, im Volltext erfasst und weitgehend für die Einbringung in die Handschriftendatenbank aufbereitet. Der Abschluss der Arbeiten und die Digitalisierung und vollständige Aufbereitung von weiteren acht Katalogen mit zusammen rund 25.170 Handschriftenbeschreibungen für die Einstellung in die Handschriftendatenbank in einer weiteren Projektphase ist geplant. Dabei sollen sechs Vollkataloge mit einem großen Anteil an mittelalterlichen Handschriften und zwei Kurzkataloge mit Inventarcharakter aufgenommen werden. Mit den insgesamt 17 Katalogen wären alle vorrangig für eine Aufnahme in die Handschriftendatenbank ausgewählten älteren Kataloge erfasst.

Handschriftenfragmente (deutsche und lateinische - Cgm und Clm)

Handschriftenfragmente (deutsche und lateinische - Cgm und Clm)

Kooperationspartner:

Neben einem bedeutenden Bestand an Buchhandschriften besitzt die Bayerische Staatsbibliothek eine umfangreiche Sammlung von ausgelösten mittelalterlichen Handschriftenfragmenten, und zwar rund 2700 lateinische und mehr als 470 deutschsprachige. Den Grundstock bildete die aus den Mehrfachexemplaren der zu Beginn des 19. Jahrhunderts säkularisierten Klosterbibliotheken ausgelöste Einbandmakulatur. Die Sammlung wuchs rasch, besonders im Rahmen des umfangreichen Dublettenverkaufs in der Ära des Bibliotheksdirektors Carl Halm um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Denn vor der Veräußerung der Bücher entnahm man ihnen die in den Einbänden befindlichen Fragmente.
Ein erstes Gesamtverzeichnis erstellte der Bibliothekar Friedrich Keinz (1865-1899) in Form eines nach Fachgruppen geordneten Repertoriums. Dieses blieb in Geltung bis zu einer durchgreifenden Neukatalogisierung ab Herbst 1977. Der Entstehungszeit nach erstreckt sich die Sammlung von der Spätantike bzw. vom Frühmittelalter bis in die Zeit des beginnenden Buchdrucks. Der Provenienz nach stammen sie zum überwiegenden Teil aus Klöstern, den Trägern der geistigen Kultur im Mittelalter.
Die Bedeutung der Fragmente besteht in ihrem hohen Quellenwert. Denn jedes von ihnen ist der letzte Zeuge eines sonst nicht mehr existierenden Buches und ergänzt damit unsere überlieferungsgeschichtlich bedingte lückenhafte Kenntnis von der Literaturproduktion in Spätantike und Mittelalter.

Handschriftenfragmente der Studienbibliothek Dillingen

Handschriftenfragmente der Studienbibliothek Dillingen

Kooperationspartner: Studienbibliothek Dillingen

Die Studienbibliothek Dillingen besitzt insgesamt 488 Handschriften in lateinischer und deutscher Sprache, davon 94 mittelalterliche, die beiden frühesten aus dem 12. Jahrhundert. Hinzu kommt das einzige aus dem deutschen Sprachraum überlieferte Rechnungsbuch eines Druckers aus dem 15. Jahrhundert, nämlich das des Peter Drach (XV 488). Bedeutend ist die Sammlung von 28 Fragmenten, die aus Inkunabeln und alten Drucken der Dillinger Bibliothek abgelöst worden sind. Von diesen stammen 13 aus dem 8. und 9. Jahrhundert, darunter ein neuentdecktes aus einer Handschrift mit medizinischen Texten (XV Fragm. 24a). Für die Germanistik von Interesse sind ein Fragment der Altalemannischen Psalmenübersetzung (XV Fragm. 3), ein Blatt aus der Jenaer Liederhandschrift mit Strophen aus dem Wartburgkrieg (XV Fragm. 19), Bruckstücke aus dem Willehalm Wolframs von Eschenbach (XV Fragm. 23) und dem Tristan Gottfrieds von Straßburg (XV Fragm. 25).

Lateinische Handschriften der Staatlichen Bibliothek (Schlossbibliothek) Ansbach

Lateinische Handschriften der Staatlichen Bibliothek (Schlossbibliothek) Ansbach

Kooperationspartner:

Unter den insgesamt 366 Handschriften der Staatlichen Bibliothek (Schlossbibliothek) Ansbach befinden sich 173 lateinische, von denen wiederum 165 dem Mittelalter – insbesondere dem 14. Jahrhundert – angehören. Dieser Bestand an lateinischen Papierhandschriften wurde am Münchner Handschriftenerschließungszentrum modern beschrieben und in den Jahren 1994 und 2002 in zwei Bänden der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Entsprechend des Aufstellungssystems nach Provenienzgruppen, das der Ansbacher Bibliothekar Theodor Preger zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingeführt hat, tragen die ersten 93 Ms. Lat. allesamt eindeutige Provenienzvermerke, wohingegen die im zweiten Band erfassten Handschriften keine solchen aufweisen. Inhaltlich betrachtet herrscht theologisches Schrifttum vor, das vor allem dem Bedarf von Geistlichen und Klöstern diente, daneben finden sich aber auch kanonistische, philosophische und sonstige wissenschaftliche Werke, die aus dem Universitätsbetrieb zu stammen scheinen.
Aus räumlichen und konservatorischen Gründen liegen diese Ansbacher Handschriften derzeit in der Abteilung Handschriften und Alte Drucke der Bayerischen Staatsbibliothek und können dort eingesehen werden.

Münchner Corvinen - Handschriften im UNESCO-Weltdokumentenerbe

Münchner Corvinen - Handschriften im UNESCO-Weltdokumentenerbe

Kooperationspartner:

Der ungarische König Matthias Corvinus hatte in seinem Palast in Buda eine der bedeutendsten Renaissance-Bibliotheken aufgebaut, die jedoch nach seinem Tod (1490) und insbesondere infolge der Türkeneinfälle zerstreut wurde. Ihre große Bedeutung beruht nicht zuletzt darauf, dass der humanistisch gebildete Matthias Corvinus gezielt Handschriften verschiedener Wissensbereiche gesammelt und sogar selbst in Auftrag gegeben hat. Überwiegend in Italien ließ er lateinische Texte in ausgesuchter humanistischer Buchschrift auf Pergament schreiben und qualitätvoll illuminieren, während er – ebenfalls in Italien – wertvolle griechische Handschriften aus Byzanz erwarb. Alle Bücher erhielten einen prächtigen Einband und das Wappen des ungarischen Königs, was heute eine weitgehende Rekonstruktion seiner Bibliothek ermöglicht. So können weltweit 232 dieser Corvinus-Handschriften in nahezu 50 Bibliotheken nachgewiesen werden.

Die Bayerische Staatsbibliothek München besitzt acht dieser wertvollen „Corvinen“, die im Jahr 2005 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen wurden (nach den Reichenauer Handschriften die zweite Unesco-Nominierung für Bestände der BSB). Von diesen acht Münchner Corvinen wurden sechs in lateinischer (Clm 69, 175, 294, 310, 341 und 627) und zwei in griechischer Sprache (Cod.graec. 157 und 449) geschrieben.

Nachlässe der Bayerischen Staatsbibliothek

Nachlässe der Bayerischen Staatsbibliothek

Die heute fast 1050 Namen verzeichnende Nachlasssammlung hat ihren Ursprung im Gründungsjahr 1558 mit der Erwerbung des handschriftlichen Nachlasses des Orientalisten Johann Albrecht Widmanstetter. Rund 200 Nachlässe kamen bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts hinzu, so etwa mit der Überführung der Mannheimer Hofbibliothek die Gelehrtenbriefe des 16./17. Jahrhunderts in der Sammlung Camerarius. Im Gefolge von Romantik und Positivismus begann dann die Blütezeit des Nachlasssammelns. Sie setzt sich in verstärktem Maße durch kontinuierliche Erwerbungen in der Gegenwart fort. Der Bestand umfasst alle Gebiete des künstlerischen, wissenschaftlichen und öffentlichen Lebens. Die im Laufe eines Menschenlebens gewachsenen Nachlässe sowie - ihnen organisatorisch gleichgestellt - die gezielt auf eine Person hin angelegten und systematisch durch Käufe gemehrten Sammlungen stammen von Dichtern, bildenden Künstlern, Architekten, Komponisten, von Gelehrten aller geisteswissenschaftlichen und einer Vielzahl naturwissenschaftlicher Disziplinen, sowie von bayerischen Königen und Staatsmännern. Besonders hervorgehoben seien Aventinus, Alban Berg, Wolfgang Fortner, Karl von Frisch, Oskar Maria Graf, Leo von Klenze, Alfred Kubin, Orlando di Lasso, Justus von Liebig, Ludwig I. und Ludwig II. von Bayern, Hans von Marées, Max von Pettenkofer, Max Scheler, Karl Spitzweg, Adalbert Stifter, Richard Strauss, Paul Ludwig Troost und Richard Wagner. Einen Überblick über die Nachlässe nach Berufen geordnet findet sich hier.

Der Bestand an Nachlässen sowie die umfassenden Verzeichnisse der bereits erschlossenen Nachlässe sollen nach und nach über das Internet zugänglich gemacht werden, um der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit den Zugang zu diesen wichtigen kulturhistorischen Beständen zu erleichtern.

Nibelungenlied-Handschriften aus der Bayerischen Staatsbibliothek

Nibelungenlied-Handschriften aus der Bayerischen Staatsbibliothek

Kooperationspartner:

Das Nibelungenlied wurde um 1200 von einem anonymen Dichter in Passau auf Grundlage älterer Sagenstoffe verfasst und gehört zu den großen Leistungen der Weltliteratur. Mit den Handschriften A (Cgm 34) und D (Cgm 31) besitzt die Bayerische Staatsbibliothek zwei der wichtigsten Textzeugen des Epos. Die Handschrift A ist seit Juli 2009 Teil des Weltdokumentenerbe der UNESCO 'Memory of the World'.

Die Ottheinrich-Bibel (Cgm 8010)

Die Ottheinrich-Bibel (Cgm 8010)

Kooperationspartner:

Die großformatige Prachthandschrift des Neuen Testaments wurde um oder kurz nach 1430 im Auftrag Herzog Ludwigs VII. von Bayern-Ingolstadt geschaffen. Der deutsche Bibeltext wurde damals vollständig geschrieben, die Aussparungen für die Bilder mit Maleranweisungen in lateinischer Sprache versehen. Doch wurde der Buchschmuck von drei Regensburger Meistern oder Werkstätten nur auf etwa einem Fünftel der 307 Pergamentblätter vollendet. Die übrigen Miniaturen und Initialen ergänzte in den Jahren 1530 bis 1532 der Lauinger Künstler Mathis Gerung im Auftrag von Ottheinrich von Pfalz-Neuburg.

Die Ottheinrich-Bibel ist die früheste illustrierte Handschrift eines Neuen Testaments in deutscher Sprache, die uns erhalten blieb. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde sie zweimal als Kriegsbeute verschleppt, 1622 aus Heidelberg nach München und 1632 weiter nach Weimar, von wo sie bald darauf nach Gotha gelangte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die zeitweise auch als „Gothaer Bibel“ bekannte Handschrift in acht Teilbände zerlegt. Die Bände 1, 2 und 7 erwarb die Bayerische Staatsbibliothek im Jahr 1950, von Band 1 und 2 erschien 2002 eine Faksimile-Ausgabe. Die übrigen fünf Bände wurden 2007 mit freundlicher Unterstützung des Herzoglich Sachsen Coburg und Gotha’schen Hauses aus den Sammlungen der Herzog von Sachsen Coburg und Gotha’schen Stiftung für Kunst und Wissenschaft erworben. Den Einband überließ die Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha der Bayerischen Staatsbibliothek als Dauerleihgabe.

Der Ankauf wäre nicht möglich gewesen ohne den erheblichen Einsatz des Freistaats Bayern und eine breite, engagierte Finanzierungskoalition. Zu ihr gehören der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, die Bayerische Landesstiftung, die Oberfrankenstiftung, die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Stiftung Propter Homines, die Freiberger Stiftung sowie die Erzdiözese München und Freising, das Bibelhaus Erlebnismuseum Frankfurt und private Spender.

Ausstellungen

Die vollständige Ottheinrich-Bibel wurde erstmals 10. Juli - 10. August 2008 in einer Schatzkammerausstellung der Bayerischen Staatsbibliothek präsentiert. Weitere Ausstellungstermine der Ottheinrich-Bibel, ehe die Handschrift die dann nötige Ruhezeit in den Tresoren der Bayerischen Staatsbibliothek beginnen wird, sind:

28. Februar - 10. Mai 2009 Bibelhaus Erlebnismuseum Frankfurt am Main
21. September - 2. November 2009 Deutsches Historisches Museum Berlin
April 2010 - Forschungsbibliothek Gotha
16. Mai - 27. Juni 2010 Staatsbibliothek Bamberg

Alle Seiten der Bibel sind vom Faksimile Verlag Luzern, der bereits im Jahr 2002 ein Faksimile von Teilband 1 und 2 herausgegeben hat, hochwertig digitalisiert worden.

Faksimile Verlag Luzern, Bd. 1 u. 2: farbige Digitalsate folgen in Kürze.

Pilotphase [Cgm] zur Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften: Digitalisierung deutschsprachiger Pergamenthandschriften aus der BSB

Pilotphase [Cgm] zur Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften: Digitalisierung deutschsprachiger Pergamenthandschriften aus der BSB

Förderung:

Im Juni 2013 genehmigte die DFG eine zweijährige Pilotphase zur Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften an den deutschen Handschriftenzentren (s.a. Projektdokumentation).

Auf der Grundlage der praktischen Erfahrungen aus sieben Digitalisierungsprojekten wird durch die Projektpartner in Abstimmung mit der Wissenschaft und den Trägern der Informationsinfrastrukturen ein Masterplan erarbeitet, der als Entscheidungsgrundlage für eine zukünftige DFG-Förderlinie zur Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften dienen soll. Die projektübergreifenden Organisations- und Koordinationsarbeiten sind an der Bayerischen Staatsbibliothek angesiedelt.

Neben Priorisierungsfragen steht die Entwicklung einer Infrastruktur im Mittelpunkt, die bestandshaltenden Institutionen in ganz Deutschland die Digitalisierung relevanter Bestände auf hohem, den aktuellen Standards entsprechendem Niveau ermöglicht. Zentraler Zugriffspunkt für Digitalisate wie für zugehörige Meta- und wissenschaftliche Beschreibungsdaten ist das deutsche Handschriftenportal Manuscripta Mediaevalia, das für diese Anforderungen technisch weiterentwickelt wird.

Die BSB ist an der Pilotphase Handschriftendigitalisierung mit der Digitalisierung von Handschriften aus dem Teilbestand der deutschsprachigen Pergamenthandschriften Cgm 1-200 beteiligt. In diesem sind fast ausschließlich mittelalterliche Codices enthalten, darunter herausragende Zimelien unterschiedlichster Provenienz.

Zu den Spitzenstücken des Fonds gehören Handschriften aus dem Besitz der bayerischen Herzöge, etwa der im Auftrag Herzog Albrechts IV. von Bayern erstellte monumentale Kodex mit dem Widmungsexemplar des Buches der Abenteuer des Ulrich Füetrer (Cgm 1) oder das deutsche Breviarium für Kaiser Friedrich III. (Cgm 67 und 68). Enthalten sind ferner bedeutende Textzeugen der deutschen Literatur des Mittelalters: Zu nennen wären zwei Handschriften des Nibelungenliedes (Cgm 31 und 34), von denen die Leithandschrift A inzwischen auch in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen worden ist, aber auch die einzige erhaltene Handschrift des Frauendienstes des Ulrich von Lichtenstein (Cgm 44) oder der Tristan Gottfrieds von Straßburg mit der Fortsetzung von Ulrich von Türheim (Cgm 51). Zu den ältesten Stücken zählen bedeutende Textzeugen der frühesten Stufen der Volkssprachen; der Fonds weist ferner einen beträchtlichen Anteil von Handschriften mit Buchmalerei auf.

Im Rahmen der Pilotphase sollen mit Förderung durch die DFG etwa 145 deutschsprachige Handschriften vom Original digitalisiert und im Internet zugänglich gemacht werden. Aufgrund der Besonderheiten dieses Fonds ist mit einer erhöhten Zahl von Handschriften zu rechnen, deren Digitalisierung besonderen Aufwand erfordert. Die Digitalisate sollen mit dem in Manuscripta Mediaevalia erfassten Volltext der Handschriftenbeschreibungen verlinkt und mit Strukturdaten für die Navigation angereichert werden, also u.a. Einstiegspunkte für Textanfänge bieten.

Pilotphase [Emmeram] zur Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften: Digitalisierung lateinischer Handschriften aus dem ehemaligen Benediktinerkloster St. Emmeram in Regensburg

Pilotphase [Emmeram] zur Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften: Digitalisierung lateinischer Handschriften aus dem ehemaligen Benediktinerkloster St. Emmeram in Regensburg

Förderung:

Im Juni 2013 genehmigte die DFG eine zweijährige Pilotphase zur Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften an den deutschen Handschriftenzentren (s.a. Projektdokumentation).

Auf der Grundlage der praktischen Erfahrungen aus sieben Digitalisierungsprojekten wird durch die Projektpartner in Abstimmung mit der Wissenschaft und den Trägern der Informationsinfrastrukturen ein Masterplan erarbeitet, der als Entscheidungsgrundlage für eine zukünftige DFG-Förderlinie zur Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften dienen soll. Die projektübergreifenden Organisations- und Koordinationsarbeiten sind an der Bayerischen Staatsbibliothek angesiedelt.
Neben Priorisierungsfragen steht die Entwicklung einer Infrastruktur im Mittelpunkt, die bestandshaltenden Institutionen in ganz Deutschland die Digitalisierung relevanter Bestände auf hohem, den aktuellen Standards entsprechendem Niveau ermöglicht. Zentraler Zugriffspunkt für Digitalisate wie für zugehörige Meta- und wissenschaftliche Beschreibungsdaten ist das deutsche Handschriftenportal Manuscripta Mediaevalia, das für diese Anforderungen technisch weiterentwickelt wird.

Die BSB ist an der Pilotphase Handschriftendigitalisierung mit der Digitalisierung von Handschriften aus dem Fonds des ehemaligen Benediktinerklosters St. Emmeram in Regensburg beteiligt. Dieser ist aufgrund seiner geistesgeschichtlichen Bedeutung, seines Alters und seiner Größe einer der Kernbestände der Handschriftensammlung der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB). Die Anfänge der Klosterbibliothek und des Skriptoriums reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück; nach der Säkularisation gelangten 1811/2 etwa 1000 Handschriften nach München. Im Fonds der Codices latini monacenses (Clm) sind unter den Nummern 14000-15028 heute 930 Codices aus St. Emmeram vorhanden, von denen 93% aus dem Mittelalter stammen.

Die Neukatalogisierung des Fonds wird seit 1988 von der DFG gefördert; seitdem wurden drei Kataloge für die Signaturengruppen Clm 14000-14130 erarbeitet. Der vierte Katalogband ist in Druck und wird 2014 erscheinen. Die Katalogisierung wird derzeit mit DFG-Förderung fortgesetzt; der fünfte Katalogband (Clm 14541-14690) befindet sich in Bearbeitung. Um für den gesamten Fonds der lateinischen Handschriften aus St. Emmeram Neukatalogisate in Tiefenerschließung vorzulegen, sind im Anschluss daran noch weitere zwei Katalogisierungsprojekte geplant. Von den lateinischen Handschriften aus St. Emmeram in der Bayerischen Staatsbibliothek konnten bisher 393 Handschriften, also mehr als ein Drittel des vorhandenen Bestands, begleitend zur Neukatalogisierung in vollständigen Digitalisaten im Internet zugänglich gemacht werden.

Im Rahmen der Pilotphase sollen mit Förderung durch die DFG etwa 100 Handschriften aus St. Emmeram, die noch nicht digitalisiert wurden, vom Original digitalisiert und im Internet zugänglich gemacht werden. Die Digitalisate sollen mit den in Manuscripta Mediaevalia erfassten Handschriftenbeschreibungen verlinkt und mit Strukturdaten für die Navigation (u.a. Einstiegspunkte für Textanfänge) angereichert werden.

Pracht auf Pergament - Schätze der Buchmalerei von 780 bis 1180

Pracht auf Pergament - Schätze der Buchmalerei von 780 bis 1180

Mit 72 höchstrangigen Handschriften aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek und drei herausragenden Exponaten der Staatsbibliothek Bamberg präsentiert die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung einen breiten Überblick auf die frühesten und wertvollsten Zeugnisse deutscher Buchmalerei von der karolingischen über die ottonische Kunst bis zur Romanik. Diese 75 Codices zählen zu den größten kulturellen und künstlerischen Leistungen ihrer Epochen. Die Prachtbände der ottonischen Zeit sind der weltweit einmalige Schwerpunkt im reichen Handschriftenfundus der Bayerischen Staatsbibliothek. Aufgrund ihrer besonderen Fragilität und ihres hohen Werts verlassen diese Werke praktisch nie ihre Tresore. Diese Ausstellung bietet nun die einzigartige Gelegenheit, über 1000 Jahre alte prachtvolle Dokumente unseres kulturellen Erbes im Original zu entdecken.

Die älteste Handschrift stammt noch aus der Zeit des letzten bayerischen Agilolfingerherzogs. Die karolingischen Codices aus den Malzentren Salzburg, Tegernsee und Freising zeugen von der hohen Qualität der künstlerischen Produktion im 9. Jahrhundert. Die deutsche Buchmalerei unter den sächsischen Kaisern von Otto dem Großen (912-973) bis Heinrich II. (973-1024) ist eine der glanzvollsten Epochen der frühen abendländischen Buchmalerei, die damals eine herausragende Rolle unter den Künsten einnahm. Zu den besonderen Errungenschaften dieser ottonischen Periode gehören die großartigen Herrscherbilder. Sie stellen eine Verbindung zwischen profaner und sakraler Welt her und dokumentieren die Heiligkeit des Kaisertums. Weltliche und kirchliche Fürsten beauftragten die besten Schreibschulen und Malzentren mit der Herstellung liturgischer Handschriften. Solche Evangeliare, Perikopenbücher und Sakramentare wurden mit leuchtenden Farben und Gold reich illuminiert. Ihre kunstvoll gearbeiteten Prunkeinbände sind verziert mit Elfenbeinreliefs, Edelsteinen und Kameen, darunter auch Spolien aus der Antike, aus Byzanz und der Karolingerzeit. Von der Insel Reichenau, deren Kloster unter Otto III. und Heinrich II. zur kaiserlichen Werkstatt wurde, werden vier weltberühmte Prachtcodices gezeigt: das Evangeliar Ottos III., das Perikopenbuch Heinrichs II., das Evangeliar aus dem Bamberger Dom sowie die Bamberger Apokalypse. Sie gehören seit 2003 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.

Für die besondere Stellung Regensburgs als Zentrum für die Herstellung ebenfalls großartiger liturgischer Handschriften sprechen das Evangelistar der Äbtissin Uta und das Sakramentar Heinrichs II. Die ottonische Buchmalerei überdauerte die sächsischen Herrscher bis weit in die salische Zeit hinein. Daher lässt sich der Übergang von der ottonischen zur romanischen Kunst zeitlich nicht genau festlegen. Diese Kontinuität im 11. Jahrhundert unter den salischen Herrschern bis hin zur Schwelle der Romanik, die Herausbildung der romanischen Buchkunst sowie ihre Blütezeit im darauffolgenden Jahrhundert bis zum Stauferkaiser Friedrich Barbarossa (1122-1190) werden anhand weiterer hochwertig illuminierter Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek veranschaulicht.

Das digitale Angebot zur Ausstellung 'Pracht auf Pergament' bietet Volldigitalisate von 56 der ausgestellten 75 Handschriften, sowie Teildigitalisate von weiteren drei Exponaten.

Reichenauer Buchmalerei

Reichenauer Buchmalerei

Die Benediktinerabtei Reichenau besaß im 10. und 11. Jahrhundert die wohl größte und einflussreichste europäische Malschule. In ihrer Hauptblütezeit zwischen etwa 970 und 1010/20 entstanden dort im Auftrag der höchsten Kreise der damaligen Gesellschaft - Reichsbischöfe, Könige und Kaiser - eine Reihe meist liturgischer Prachthandschriften.

Mit lebhafter künstlerischer Phantasie und innovativer Kraft schufen Mönche große Kunstwerke, deren Schönheit und Vollkommenheit noch heute faszinieren. Als Inspirationsquellen dienten ihnen sowohl die karolingische Buchmalerei der Hofschule Karls des Großen als auch altchristliche und byzantinische Vorlagen. Die Forschung ordnet die Codices in Gruppen, die nach Schreibern, Künstlern oder Auftraggebern benannt sind.

Neben der Eburnant- und der Ruodprecht-Gruppe ist v.a. die Liuthar-Gruppe zu nennen. Ihr gehören die Prachthandschriften an, die die höchste Blüte der Reichenauer Malschule darstellen. Zu den kostbarsten Werken, die Kaiser Heinrich II. dem Bamberger Dom schenkte, zählen vermutlich die drei Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek. Das Evangeliar Ottos III. (Clm 4453) mit Prachteinband und luxuriöser Ausstattung wurde im Auftrag des Kaisers angefertigt. Es weist neben einer doppelseitigen Huldigung der Provinzen an den thronenden Kaiser u.a. einen chronologisch angelegten Bilderzyklus zum Leben Christi (29 hochformatige ganzseitige Miniaturen auf Goldgrund) auf. Als Hochleistung der Reichenauer Buchmalerei gelten die Darstellungen der vier "visionären" Evangelisten. Das Evangeliar aus dem Bamberger Dom (Clm 4454) zeichnet sich durch ikonographische Besonderheiten aus, z.B. die Darstellung Christi im Lebensbaum umgeben von den Evangelistensymbolen und den Paradiesflüssen. In den Kanontafeln erscheinen die Tierkreiszeichen - eine ungewöhnliche, für die Malerei der Reichenau einmalige Verbindung. Das Perikopenbuch Heinrichs II. (Clm 4452) zeigt neben dem Widmungsbild, der Krönung Heinrichs und seiner Gemahlin Kunigunde durch Christus, einen Zyklus von 23 Miniaturen zum Neuen Testament. Besonders in den zweiseitigen Darstellungen kommen die monumentalen, ausdrucksstarken Figuren zur Geltung.

Die drei Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek wurden Ende 2003 mit weiteren sieben, in anderen Bibliotheken befindlichen, illuminierten Handschriften von der Klosterinsel Reichenau im Bodensee in das Register des Weltdokumentenerbes aufgenommen. Die Codices repräsentieren in herausragender Weise die ottonische Buchmalerei Deutschlands. Sie wurden wegen ihrer Stellung im Skriptorium, ihrer künstlerischen Neuerungen im Buchschmuck und den Darstellungsthemen der Miniaturen und ihrer Aussagekraft für die religiöse, politische und kulturgeschichtliche Situation ihrer Zeit ausgewählt. Sie stehen auch vertretend für jede weitere ottonische Handschrift der Reichenau.

Memory of the World - Gedächtnis der Menschheit wurde 1992 von der UNESCO ins Leben gerufen. Ziel dieses Programms ist es, historisch und kulturell bedeutsame Dokumente weltweit zugänglich zu machen und vor Vergessen oder Zerstörung zu bewahren.

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V. 3.5.9 | 25.08.2014