Inkunabeln, Blockbücher, Einblattdrucke, Emblembücher, Druckschriften der Neuzeit, Altsinica

Bibliothek Otto Schäfer - Ausgewählte Werke

Bibliothek Otto Schäfer - Ausgewählte Werke

Kooperationspartner: Bibliothek Otto Schäfer

Die Bibliothek Otto Schäfer mit den beiden Sammlungen ‚Illustrierte Bücher’ und ‚Deutsche Literatur in Erstausgaben’ ist der Hauptbestand der im Museum Otto Schäfer verwahrten Schätze. Begründet wurde sie 1951 von Otto Schäfer (1912-2000) mit dem Kauf der Schedel’schen Weltchronik von 1493. Ursprünglich sollte sie sein Kupferstichkabinett ergänzen, überstrahlte aber im Lauf der Zeit die Graphiksammlung des Schweinfurter Industriellen. Neben dem Ziel, eine Bibliothek der bedeutendsten Illustrata vor allem des 15. und 16. Jahrhunderts aufzubauen, richtete sich das Interesse des Sammlers bald auch auf andere Gebiete: der frühe Mainzer Buchdruck, kostbare Einbände oder Reformationsschriften. 1961 betrat Otto Schäfer zudem mit Erstausgaben deutscher Literatur ein neues Sammelgebiet. So konnte Otto Schäfer bereits 1976 konstatieren, 'daß ich nicht nur Graphikliebhaber geblieben bin, sondern gelernt habe, schöne Bücher in ihrer ganzen Vielfalt zu lieben'. Ein weiterer Reiz lag für den Sammler in der Seltenheit der Drucke. Die hier zusammengestellte Auswahl aus den beiden Büchersammlungen Schäfers, die einen Bogen von der zweiten Hälfte des 15. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts spannt, richtete sich nach diesem letzten Kriterium und präsentiert neben den als unikal geltenden Drucken weitere Rarissima und seltene Werke, die in der Regel nicht in der Bayerischen Staatsbibliothek München vorhanden sind.

Die Sammlung Illustrierte Drucke umfasst heute gut tausend Titel, davon rund Dreiviertel aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Die Sammlung Deutsche Literatur in Erstausgaben setzt ihren Schwerpunkt in der Goethezeit und verwahrt knapp 2.800 Titel (rund 5.200 Bände) des 16. bis 21. Jahrhunderts. Charakteristisch für den Bestand ist auch eine Vielzahl von außergewöhnlichen Provenienzen, von Kaiser Maximilian, Kurfürst Ottheinrich und Willibald Pirckheimer bis zu Sammlern wie Franz von Hauslab, John Pierpont Morgan, Martin Bodmer oder Jean Furstenberg. Das Museum Otto Schäfer erschließt die Bestände der Bibliothek zudem in zahlreichen Ausstellungen und Katalogen zu Buchwesen und Druckgraphik, Wissenschafts- und Literaturgeschichte. Bei der bibliographischen Erschließung ihrer Bestände legt die Bibliothek Otto Schäfer zusätzlich ein besonderes Augenmerk auf die vollständige Erfassung der Illustratoren.

2013 und 2014 werden in einem Projekt mit der Bayerischen Staatsbibliothek 64 unikale oder seltene Drucke digitalisiert, wovon 43 Drucke auf das Jahr 2013 und 21 Drucke auf das Jahr 2014 entfallen. In dem Projekt Blockbücher aus bayerischen Sammlungen wurden bereits früher zwei Blockbücher und ein Blockbuchfragment digitalisiert, 2010 folgte für die Ausstellung der bayerischen Staatsbibliothek 'Die Fugger im Bild' die Digitalisierung der 'Fuggerorum et Fuggerarum ... imagines' von 1593 mit handschriftlichen Ergänzungen durch ein Familienmitglied selbst.

Dieses Projekt wird gefördert von:
Bezirk Unterfranken / Unterfränkische Kulturstiftung
Kulturstiftung Schweinfurt
Sparkasse Schweinfurt
SWG Stadt- und Wohnbau GmbH Schweinfurt

Ausgewählte Inkunabeln der Dombibliothek Freising und der Bibliothek des Metropolitankapitels München

Ausgewählte Inkunabeln der Dombibliothek Freising und der Bibliothek des Metropolitankapitels München

Die Sammlungen der Dombibliothek Freising und der Bibliothek des Metropolitankapitels München enthalten gemeinsam 285 Inkunabeln. Bei der Neukatalogisierung bzw. Einbringung der Inkunabelbestände in den Bibliotheksverbund Bayern wurde festgestellt, dass 18 Ausgaben bisher noch nicht in den Beständen der Bayerischen Staatsbibliothek nachgewiesen sind. Von einer Inkunabel (J 115) wird in Freising sogar das einzige weltweit bekannte Exemplar verwahrt.

Um diesen besonderen Teilbestand der Wissenschaft digital zur Verfügung zu stellen, wurden sie 2011 am ScanZentrum des Münchener Digitalisierungszentrums digitalisiert.

Die Präsentation der Inkunabeln erfolgt im Rahmen der Bayerischen Landesbibliothek Online. Hierbei werden die einzelnen Werke über kurze Texte vorgestellt und in den historischen Zusammenhang eingeordnet. Zu jeder Inkunabel werden dazu - falls vorhanden - die Links zu den Neubeschreibungen (im PDF-Format) sowie zu den elektronischen Inkunabelkatalogen GW, ISTC und BSB-Ink angegeben.

Kooperationspartner: Erzdiözese München und Freising (für die Dombibliothek Freising und die Bibliothek des Metropolitankapitels München )

Digitalisierung [VD17] und Bereitstellung der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts

Digitalisierung [VD17] und Bereitstellung der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts

Das Projekt umfasst die Digitalisate von im deutschen Sprachraum erschienenen Drucken des 17. Jahrhunderts (VD 17) aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek, die im Rahmen von Digitization on Demand (DoD) und der VD16-Digitalisierung entstanden sind. Die Digitalisate werden kontinuierlich in der VD17-Datenbank nachgetragen.

Altsinica – Digitalisierung und Erschließung chinesischer Drucke und Handschriften

Altsinica – Digitalisierung und Erschließung chinesischer Drucke und Handschriften

Förderung:

Die Bayerische Staatsbibliothek verfügt über eine herausragende chinesische Sammlung von internationalem Rang, deren Anfänge bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückreichen und die bis heute kontinuierlich erweitert wird. Sie enthält eine große Zahl sehr früher und äußerst wertvoller chinesischer Drucke und Handschriften, darunter drei Rollen aus Dunhang, 21 Drucke aus dem Zeitraum von 975 bis 1367 und über 100 Drucke aus der Ming-Dynastie (1368-1644).

Seit 2011 werden im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts chinesische Handschriften und Drucke, die in einer Zeitspanne vom 7. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts entstandenen sind, umfassend erschlossen und vollständig digitalisiert. Bis Ende 2015 werden insgesamt rund 1.500 Bände mit ca. 11.000 einzelnen Faszikel, 30 Leporelli und 40 Schriftrollen (Gesamtvolumen: ca. 1 Mio Image-Digitalisate) online frei zugänglich sein.

Imagines mortis

Imagines mortis

Eine vielfältige und einzigartige Sammlung makabrer Totentanzdarstellungen vereint sich in den ‚Imagines mortis’. Die ersten Totentänze traten im 14. Jh. in Form von Wandgemälden und Monumentalwerken auf. Mit Erfindung des Buchdruckes wurden die durch Verse ergänzten Darstellungen europaweit verbreitet. Dabei variiert das typische Motiv der mit lebenden Menschen aller Stände tanzenden Skelette zwischen einem wilden Tanz und einem geschrittenen Reigen.

Die ‚Imagines mortis’ umfassen insgesamt ca. 180 Werke der Totentanzliteratur. Einigen dieser Werke wurden in Auswahl digitalisiert.

Exlibris

Exlibris

Der lateinische Begriff ‚Exlibris’ („aus den Büchern“) bezeichnet meist kleinformatige druckgraphische Blätter, die als Besitzkennzeichen in Bücher eingeklebt werden und den Namen, das Monogramm oder Wappen des Eigentümers oder eine auf ihn bezügliche bildliche Darstellung enthalten. Die ältesten Exlibris stammen aus dem 15. Jahrhundert.

Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt die drittgrößte Exlibris-Sammlung in Deutschland. Sie ist nach Vorprovenienzen geordnet und enthält derzeit ca. 39.500 Blätter, die in 19 Teilsammlungen gruppiert sind. Neben Exlibris, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert aus Bibliotheksbeständen ausgelöst wurden, umfasst sie mehrere Privatsammlungen, die zu späterer Zeit in die Bibliothek gelangten, darunter die Nachlässe des Arztes Josef Klüber (1873-1936) und des Bibliothekars Ernst Freys (1863-1956) sowie die Sammlungen von Rudolf Freiherr von Hoschek (1887-1960), Hans Wanger (*1898/99), Emil Sulger-Gebing (1863-1923) und Aloys Fischer (1880-1937). Die Sammlung ist zum großen Teil in einem Kartenkatalog der Exlibris-Eigner und Künstler erschlossen, der im Lesesaal der Abteilung für Handschriften und Alte Drucke benutzt werden kann.

Die aus dem Altbestand der Bayerischen Staatsbibliothek stammenden Exlibris werden in den Teilsammlungen Exlibris 1-3 aufbewahrt. Die Sammlung Exlibris 2 umfasst etwa 600 Exlibris bayerischer Klöster, darunter viele in mehreren Exemplaren. Um Material für die Provenienzforschung bereitzustellen, werden diese Klosterexlibris in digitalisierter Form zugänglich gemacht. Die angegebenen W-Nummern beziehen sich auf Friedrich Warnecke: Die deutschen Bücherzeichen (Ex-Libris) von ihrem Ursprunge bis zur Gegenwart. Berlin 1890.

Über die Geschichte der Sammlung informiert: Dieter Kudorfer: Das Exlibris als privates Sammelgut und die Exlibris-Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek, in: Bibliotheksforum Bayern 11 (1983), S. 64-76.[PDF 3.6 MB]


VD 18 digital – Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts – Pilotphase

VD 18 digital – Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts – Pilotphase

Förderung:

Das Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts ist die kooperative Erstellung der retrospektiven Nationalbibliographie für das 18. Jahrhundert im Anschluss an VD 16 und VD 17. Dabei soll jede Ausgabe auf einheitlichem bibliographischem Niveau erschlossen und jeweils mit einem Volldigitalisat verknüpft werden. An der in den Jahren 2009 bis 2011 geförderten Pilotphase sind unter Federführung der Universitäts- und Landesbibliothek Halle neben der Bayerischen Staatsbibliothek auch die Staatsbibliothek zu Berlin, die Staats-Landes- und Universitätsbibliothek Dresden, die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen sowie das Institut für Historisch- Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung der Universität Köln beteiligt.

In Erschließung und Digitalisierung stellt das Projekt besondere Herausforderungen und geht neue Wege. Erstmalig wird nicht der gesamte einschlägige Bestand der Bibliotheken sondern nur gezielt zugeordnete Ausgaben katalogisiert, um in einem überschaubaren Zeitraum die derzeit erwarteten ca. 600.000 Titel des VD 18 zu erschließen. Die Katalogisierung für das VD 18 wird in den Verbundkatalogen geleistet, die Daten werden über das Verfahren der kooperativen Neukatalogisierung ausgetauscht. Eine besondere Rolle spielt die Partnerschaft der Bayerischen Staatsbibliothek mit Google für die Digitalisierung des historischen Bestands. Ein Großteil der VD18-relevanten Titel wird durch Google digitalisiert. Die Bayerische Staatsbibliothek wird also ihren gesamten Bestand für das VD 18 neu katalogisieren, um die vollständige Nutzung der ohne Einsatz weiterer Finanzmittel verfügbaren Volldigitalisate für das VD 18 sicherzustellen. Die kleine Zahl der Drucke, die von Google nicht oder nicht vollständig digitalisiert werden, werden mit Projektmitteln bearbeitet. So ist dieses Projekt bibliotheksintern auch Pilotprojekt in der Zusammenarbeit mit Google im Hinblick auf die Ergänzung der Digitalisierung in public-private-partnership.

Weitere Informationen

Das VD 18: eine Einladung ins 18. Jahrhundert. In: Bibliothek: Forschung und Praxis 32 (2008) 2, S. 195-202
Haller, Klaus: Digitalisierung und Erschließung der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts. – Halle, Saale: Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, 2007. – Schriften zum Bibliotheks- und Büchereiwesen in Sachsen-Anhalt; 88

Totenrotelsammlung des Benediktinerklosters Ensdorf im Bestand der Provinzialbibliothek Amberg

Totenrotelsammlung des Benediktinerklosters Ensdorf im Bestand der Provinzialbibliothek Amberg

Die Provinzialbibliothek Amberg verwahrt als ‘Strandgut der Säkularisation’ in ihren Sammlungen sieben Foliobände mit insgesamt 1497 Totenroteln aus dem Besitz des ehemaligen Benediktinerklosters Ensdorf in der Oberpfalz. Die Textsorte der Totenrotel geht auf den spätmittelalterlichen Brauch zurück, durch Gebetsversprechen verbrüderten Klöstern eine Nachricht über den Tod eines Mitbruders zukommen zu lassen, um diesen in das Totengedenken und das Gebet einbeziehen zu können. Diese ‘Zeugnisse klösterlicher Memorialkultur’ - ursprünglich aufgerollte Pergament- und Papierstreifen (daher der Name) - wurden seit Mitte des 16. Jhs. als Einblattdrucke bzw. als gedruckte und handschriftlich ergänzte Formulare per Boten an besagte konföderierte Klöster verschickt. Im Archiv eines Empfängerklosters kamen so zahlreiche, aus anderen, z.T. weit entfernten klösterlichen Gemeinschaften stammende Nachrichten zusammen. In der Ensdorfer Sammlung finden sich daher insbesondere die Roteln aus Klöstern der Bayerischen Benediktinerkongregation, wozu u.a. Andechs, Benediktbeuern, St. Emmeram und Tegernsee gehörten. Inhaltlich sind diese gedruckten Roteln mehr als bloße Todesnachrichten, indem sie oftmals auch Angaben über die Herkunft (Geburtsort, Taufname, Beruf und ggf. Name des Vaters), das Studium, über Wirkungsfelder im Kloster sowie zeitliche Angaben (z.B. über die Zeitspanne seit der Priesterweihe) und einen kurzen Bericht über die letzten Lebenstage geben. Sie stellen somit für prosopographische Forschungen eine reichhaltige Quelle dar.

Die in den sieben Bänden vereinigten Roteln beziehen sich auf die Jahre 1716 bis 1789 und wurden bzw. werden in der digitalen Präsentation der besseren Benutzbarkeit halber mit Strukturdaten, also einem verlinkten Inhaltsverzeichnis mit Personennamen, Heimatkloster und Sterbedatum, angeboten.

Blockbücher aus bayerischen Sammlungen

Blockbücher aus bayerischen Sammlungen

Förderung:

Blockbücher sind im 15. Jahrhundert im Holzschnittverfahren hergestellte illustrierte Bücher relativ geringen Umfangs, die eine Übergangsform zwischen der illuminierten Handschrift und dem illustrierten gedruckten Buch darstellen. Sie gehören zum seltensten und damit wertvollsten Sammlungsgut von Bibliotheken. Weltweit sind nurmehr etwa 100 Ausgaben von 33 verschiedenen Werken in etwa 600 Exemplaren nachweisbar. Bis heute stellen Blockbücher die buchgeschichtliche, kunsthistorische und philologische Forschung vor zahlreiche Fragen im Hinblick auf die Datierung der einzelnen Drucke, ihren regionalen Ursprung sowie ihre Einordnung in handschriftliche und druckgraphische Bild- und Texttraditionen. Die wissenschaftliche Bearbeitung der Blockbücher wird jedoch durch ihren sehr problematischen konservatorischen Zustand erheblich erschwert. Da die Papierblätter vielfach durch Farbfraß geschädigt sind, können die Bücher Forschern nur noch ausnahmsweise für die Einsichtnahme zur Verfügung gestellt werden.

Im Projekt ist angestrebt, die reichen Blockbuchbestände in 14 bayerischen Sammlungen (Bibliotheken sowie Museen, in staatlichem, kirchlichem und privatem Besitz) auf einem hohen bibliographischen Niveau zu beschreiben sowie vollständig in hochwertigen digitalen Aufnahmen zu reproduzieren und zugänglich zu machen. In einem Zeitraum von drei Jahren werden über 90 Blockbücher und Blockbuchfragmente digitalisiert und zumeist erstmals katalogisiert.

Kooperationspartner:

Hofbibliothek Aschaffenburg
Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Staatsbibliothek Bamberg
Universitätsbibliothek Erlangen
Pfarrei St. Martin Kaufbeuren
Stadtbibliothek Memmingen
Staatliche Graphische Sammlung München
Universitätsbibliothek München
Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
Kirchen-Kapitelsbibliothek Schwabach
Bibliothek Otto Schäfer Schweinfurt
Universitätsbibliothek Würzburg

Weitere Blockbuchsammlungen im Internet

Bodleian Library, University of Oxford

Germanisches Nationalmuseum Nürnberg:

Gutenberg-Bibel

Gutenberg-Bibel

Kooperationspartner: Humanities Media Interface Project der Keio-Universität Tokio

Die Gutenberg-Bibel der Bayerischen Staatsbibliothek ist eines von 49 erhaltenen Exemplaren dieses bedeutenden Druckwerks. Sie gelangte aus dem Benediktinerkloster Andechs 1803 nach München. Einträge des Benediktiners Ulrich Kaegerl von Landau († 1505) deuten darauf hin, daß die Bibel ursprünglich vom Kloster Tegernsee erworben wurde. Das Exemplar ist mit farbigen Initialen und Randleisten ausgestattet. Eine Besonderheit des Münchener Exemplar ist die ‚tabula rubricarum’, eine Liste der roten Überschriften, die in die Bibel nach Abschluß des Drucks von Hand eingetragen werden sollten. Diese Liste ist nur noch in einem Exemplar der ÖNB Wien erhalten. Das Münchener Exemplar wurde im Herbst 2005 von einem Team des Humanities Media Interface Project der Keio-Universität Tokio digitalisiert. Die beiden Bände und das Rubrikenverzeichnis können über den elektronischen Inkunabelkatalog BSB-Ink online eingesehen werden.
->Weitere Informationen zum Projekt

Digitalisierung [VD16-2, fortgeführt durch VD16-3], Nachweis, Bereitstellung im WWW und Langzeitarchivierung der im deutschen Sprachgebiet erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (1518-1600) der Bayerischen Staatsbibliothek

Digitalisierung [VD16-2, fortgeführt durch VD16-3], Nachweis, Bereitstellung im WWW und Langzeitarchivierung der im deutschen Sprachgebiet erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (1518-1600) der Bayerischen Staatsbibliothek

Kooperationspartner: Leibniz-Rechenzentrum

Förderung:

Das Ziel des Projekts ist die Digitalisierung der an der Bayerischen Staatsbibliothek vorhandenen, im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts mit je einem Exemplar pro Ausgabe und die sofortige Bereitstellung dieser Digitalisate im Internet sowie die Langzeitarchivierung der erzeugten Daten, die die späteren vielfältigen Nachnutzungsmöglichkeiten der digitalen Master gewährleistet. Das Projekt versteht sich als breit angelegter Einstieg in die großflächige Digitalisierung sämtlicher im VD 16 nachgewiesenen Drucke. Erstmals wird neueste Scan-Technologie in Form von Scan-Robotern für die rasche und verlässliche Digitalisierung früher Drucke eingesetzt. Das Projekt schließt zeitlich nahtlos an das von der Bayerischen Staatsbibliothek 2006 bis 2007 durchgeführte Digitalisierungsprojekt für Drucke von 1501 bis 1517 (vorreformatorisches Schrifttum, VD16-1) an, technologisch werden jedoch neue Wege beschritten, die mehr und rascheren Durchsatz erlauben und damit für eine Massendigitalisierung allein in Frage kommen. Im Ergebnis werden alle in der Bayerischen Staatsbibliothek vorhandenen Titel des VD 16 digitalisiert verfügbar sein. Mit Stand Juli 2011 sind bereits über 20.000 Titel im VD 16 mit Digitalisaten der BSB nachgewiesen.

Inkunabeln (Wiegendrucke)

Inkunabeln (Wiegendrucke)

Kooperationspartner:

Förderung:

Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt eine der weltgrößten Sammlungen an Drucken des 15. Jahrhunderts. Im Rahmen von Erschließungsprojekten und aufgrund von Benutzerbestellungen wurden digitale Reproduktionen von Einzelseiten und vollständigen Ausgaben hergestellt. Die Digitalisate sind im elektronischen Inkunabelkatalog BSB-Ink online nachgewiesen. Zu den bereits digitalisierten Bestandsgruppen zählen:

  • Druckgraphische Buchillustrationen des 15. Jahrhunderts (Einzelseiten mit zusätzlicher Recherchemöglichkeit nach Bildinhalten)
  • Einblattdrucke (vollständiger Bestand)
  • Wiegendrucke von besonderer Bedeutung, darunter die Gutenberg-Bibel und die Schedelsche Weltchronik (Nachdruck Augsburg 1500)


Seit Frühjahr 2008 werden im Rahmen eines mehrjährigen DFG-Projekts alle 9700 Inkunabelausgaben der BSB anhand eines Exemplars vollständig digitalisiert. Das Projekt beginnt mit illustrierten Ausgaben, deren Illustrationen mit Icon-Class erschlossen werden.
Die digitalisierten Inkunabelausgaben werden auch im bayerischen Verbundkatalog und im BSB-OPAC nachgewiesen.

Digitalisierung [VD16-1], Erschließung und Bereitstellung im WWW von im deutschen Sprachgebiet erschienenen Drucken des 16. Jahrhunderts der Bayerischen Staatsbibliothek (VD16 digital)

Digitalisierung [VD16-1], Erschließung und Bereitstellung im WWW von im deutschen Sprachgebiet erschienenen Drucken des 16. Jahrhunderts der Bayerischen Staatsbibliothek (VD16 digital)

Förderung:

Das Ziel des gesamten Projekts ist die Digitalisierung der an der Bayerischen Staatsbibliothek vorhandenen und im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts und ihre Bereitstellung im Internet. In dem Pilotprojekt soll mit einem geistes- und kulturgeschichtlich definierten Segment der Literatur des 16. Jahrhunderts (Vorreformationszeit) begonnen werden. Das Pilotprojekt dient der Gewinnung von Erfahrungswerten hinsichtlich der anlässlich der Digitalisierung machbaren bzw. wünschenswerten Erschließungstiefe (ausgabenspezifische oder exemplarspezifische Beschreibung, Illustrationen, Einbände, Provenienzen) im Bereich früher Drucke und den Erfordernissen bei der technischen Durchführung der Digitalisierung. Es sollen Erkenntnisse gewonnen werden, ob die veranschlagten Leistungszahlen für die Bearbeitung der Bestände zu realisieren sind. Aufgrund der gegenüber bisher durchgeführten Digitalisierungsprojekten vorliegenden Besonderheiten (Sacherschließung, Bilderschließung, Lagenkollation, …) ergeben sich die genauen Leistungszahlen erst im Laufe des Pilotprojekts. Das Pilotprojekt soll auch zeigen, wie die Akzeptanz dieses Digitalisierungsprojekts durch und die Relevanz für die Forschung ist. Entsprechende Auswertungen der Nutzung sind daher Bestandteil des Pilotprojekts.

Schedel, Hartmann: Weltchronik und Bibliothek

Schedel, Hartmann: Weltchronik und Bibliothek

Förderung:

Der Nürnberger Stadtarzt Hartmann Schedel (1440-1514) ist heute vor allem durch seine Mitwirkung an der Weltchronik bekannt, die nach ihm benannt ist. Die Chronik ist derjenige Druck des 15. Jahrhunderts, der sich am häufigsten erhalten hat: über 1700 Exemplare der lateinischen und deutschen Ausgabe, die beide im Jahr 1493 erschienen, sind nachgewiesen. Berühmt sind vor allem die über 1800 Holzschnitt-Illustrationen aus der Werkstatt von Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurff, zu denen zahlreiche authentische Stadtansichten und zwei Karten zählen. Hartmann Schedel trug zu diesem Nürnberger Gemeinschaftsunternehmen den Text der Weltchronik bei, den er aus einer Fülle historiographischer Quellen zusammenstellte. Die meisten davon besaß er selbst: Seine Bibliothek gilt als die umfassendste private Büchersammlung in Deutschland, die sich aus dem 15. Jahrhundert erhalten hat. Schedel interessierte sich für fast alle Wissensgebiete des Spätmittelalters: Rhetorik, Astronomie, Philosophie, antike und humanistische Literatur, Geschichtsschreibung, Geographie und Kosmographie, Medizin, Jura, Theologie.

Obwohl Schedel testamentarisch festgelegt hatte, dass seine Bibliothek in Familienbesitz bleiben sollte, verkaufte sie sein Enkel Melchior im Jahr 1552 an den Augsburger Handelsherrn Johann Jakob Fugger. Kaum 20 Jahre später trat dieser die Bibliothek an den bayerischen Herzog Albrecht V. ab. In der Bayerischen Staatsbibliothek haben sich bis heute über 370 Handschriften und 460 Drucke aus dem Besitz von Hartmann Schedel erhalten. Im Rahmen von DFG-geförderten Projekten wurden bereits zahlreiche Inkunabeln und Drucke des 16. Jahrhunderts aus Schedels Besitz digitalisiert; viele seiner Handschriften sind ebenfalls bereits online zugänglich.

Digitalisierung, Erschließung und Erfassung von Durchreibungen von Einbänden des 15. und 16. Jahrhunderts

Digitalisierung, Erschließung und Erfassung von Durchreibungen von Einbänden des 15. und 16. Jahrhunderts

Förderung:

Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt als größte deutsche Sammlung mittelalterlicher Handschriften und Inkunabeln sowie aufgrund ihres umfangreichen Bestands an Drucken des 16. Jahrhunderts eine reiche Sammlung von Bucheinbänden des 15. und 16. Jahrhunderts. Da ein hoher Anteil der Altbestände infolge der Säkularisation altbayerischer und schwäbischer Klöster in die Bibliothek kam, entstanden die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Einbände überwiegend in Buchbinderwerkstätten dieser Region. Die wissenschaftliche Zuordnung von erhaltenen Einbänden zu Werkstätten erfolgt dabei mit Hilfe von Aufstellungen der verwendeten Dekorelemente, also von Stempeln, Rollen und Platten, von denen Durchreibungen angefertigt werden. In der Bayerischen Staatsbibliothek ist eine umfangreiche Sammlung solcher Durchreibungen vorhanden, die allerdings erst grob geordnet und in internen Karteien rudimentär erschlossen ist. Dieses Quellenmaterial soll digitalisiert und in der gemeinsamen deutschen Einbanddatenbank erschlossen werden, um es für die buch- und kunsthistorische Forschung verfügbar zu machen und so neue Erkenntnisse zur Herkunft, Verbreitung und Rezeption von Handschriften und alten Drucken zu ermöglichen.

Emblembücher der Frühen Neuzeit (Auswahl)

Emblembücher der Frühen Neuzeit (Auswahl)

Kooperationspartner: Institut für Deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität (Prof. Dr. Dietmar Peil)

Förderung:

Im Rahmen des Förderprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur 'Retrospektiven Digitalisierung von Bibliotheksbeständen' werden in einem kooperativen Projekt des Instituts für Deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität (Prof. Dr. Dietmar Peil) und der Bayerischen Staatsbibliothek eine forschungsrelevante Auswahl von ansonsten schwer zugänglichen Emblembüchern digital aufbereitet und über das Internet zugänglich gemacht. Je nach dem Grad der Verschränkung von Bild und Text werden die Emblembücher (vornehmlich aus dem 17. und dem 18. Jahrhundert) vollständig oder teilweise (Titelei, Bildseiten und gegebenenfalls die für das Emblemverständnis wichtigen Textseiten) digitalisiert. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Erschließung: So wird ein Zugriff über die vollständigen bibliografischen Angaben zu allen Titeln und über Motti und Suchbegriffe auf die Einzel-Embleme realisiert. Ein wissenschaftlicher Kommentar zum jeweiligen Werk wird ebenfalls in die Datenbank integriert.

Einblattdrucke der frühen Neuzeit (1500 – 1800)

Einblattdrucke der frühen Neuzeit (1500 – 1800)

Förderung:

Die herausragende Bedeutung der Einblattdrucke für die (Kommunikations-)Kultur der Frühen Neuzeit ist heute in der Forschung unbestritten. Einblattdrucke als Träger einer prägnanten Schriftlichkeit und Bildlichkeit wirkten in fast alle Lebensbereiche des 15. - 18. Jahrhunderts hinein bzw. wurden aus ihnen initiiert. Daraus resultierte eine große Vielfalt von Themen, die über das Medium Einblattdruck transportiert wurden. Berührt wurden die Bereiche der Politik (z.B. in Kommentaren zur politischen Lage der Zeit), des Rechts (man denke an Verordnungen) und der Religion (z.B. polemische Schriften in der Reformationszeit, Wallfahrtsblätter, etc.). Man berichtete über Naturereignisse, monströse Menschen und Tiere und tradierte Liedgut. Einblattkalender halfen, den Jahreslauf zu gliedern, und Thesenblätter gaben Zeugnis über die erfolgreiche Tätigkeit der Universitäten. Nicht zuletzt waren Einblattdrucke Mittel der Werbung (z.B. bei den Buchdruckern und -händlern). Die Reihe der Themenbereiche ließe sich so noch weiter fortführen und ausdifferenzieren. Eine besondere Rolle spielte sicher das illustrierte Blatt, doch ist die Spannweite der Erscheinungsformen groß - vom reinen Text- bis hin zum 'Bilddruck' im Grenzbereich zur Druckgrafik. Diese hier nur angedeutete Themenvielfalt wie auch die angesprochene Multifunktionalität von Einblattdrucken erfordern geradezu eine interdisziplinäre Erforschung bzw. eine Aufarbeitung aus der Perspektive vieler Fachdisziplinen. Grundlegend für die Forschung ist jedoch eine gesicherte Materialbasis. Mit der digitalen Erschließung der Einblattdrucke, stellt die Bayerische Staatsbibliothek eine solche Basis zur Verfügung.

Druckgraphische Buchillustrationen des 15. Jahrhunderts - Inkunabeln

Druckgraphische Buchillustrationen des 15. Jahrhunderts - Inkunabeln

Förderung:

Aus 76 meist deutschsprachigen Inkunabeln der Bayerischen Staatsbibliothek wurden unmittelbar vom Original 6377 Seiten mit Illustrationen digitalisiert. In der Mehrzahl handelt es sich um schwarzweiße, gelegentlich aber auch um kolorierte Holzschnitte. Die Digitalisate wurden mit der kunsthistorischen Klassifikation IconClass ikonographisch erschlossen. Die digitalisierten Seiten können über den elektronischen Inkunabelkatalog (BSB-Ink online) aufgerufen werden. Dabei ist auch eine Recherche nach Bildinhalten möglich.

Diverse seltene & kostbare Drucke

Diverse seltene & kostbare Drucke

Diverse seltene & kostbare Drucke ohne den Kontext bestimmter Sammlungen.

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V. 3.6.5 | 09.10.2014