Cimelien der Provinzialbibliothek Amberg
Die Provinzialbibliothek Amberg wurde in der Säkularisationszeit gegründet, um die Bücher aus den geistlichen Einrichtungen der Stadt und Region aufzunehmen. Die hier vorgestellte Auswahl der Handschriften stellt vor allem auf die Territorial-, Konfessions- und Geistesgeschichte der Oberen Pfalz ab, da diese ab der Reformation erhebliche religiöse Umbrüche erlebte. Aus dem Jesuitenkolleg Amberg haben sich neben Quellen zur Alltags- und Verwaltungsgeschichte über 400 gedruckte Periochen (kurz gefasste Theaterstücke der Jesuiten) erhalten. Das Benediktinerkloster Ensdorf überlieferte mit 1500 Stück eine umfangreiche Totenrotelsammlung (2 Ms. 39) und zudem die Skizzenbücher ihres Abtes Anselm Desing, einem Universalgelehrten des 18. Jahrhunderts. Reiche Bestände kommen aus dem Zisterzienserkloster Waldsassen, in das Spätmittelalter datiert ein Sammelband mit Handschriften vorwiegend aus dem Bereich der Medizin und Farbrezepten, die für die mittelalterliche Buchmalerei von Bedeutung waren, das sog. Amberger Malerbüchlein (Ms. 77). Weitere mittelalterliche und neuzeitliche Handschriften oder schön gestaltete Inkunabeln stammen aus den Klöstern Speinshart und Walderbach. Auffallend ist eine mittelalterliche Handschrift biblischer Erzählungen mit kolorierten Federzeichnungen (2 Ms. 46) und ganz besonders ein gut erhaltenes Globenpaar – der Erdglobus von 1541 und der Himmelsglobus von 1551 – des berühmten Kartografen Gerhard Mercator.