Chorbücher und Handschriften in chorbuchartiger Notierung

Chorbücher und Handschriften in chorbuchartiger Notierung

Die Chorbücher der Bayerischen Staatsbibliothek, eine weltweit bedeutende Sammlung von 165 Handschriften mit mehrstimmiger Musik vor allem aus dem 16. und 17. Jahrhundert, werden seit Dezember 2012 in einem von der DFG geförderten Projekt über drei Jahre online katalogisiert, digitalisiert und im Internet bereitgestellt.

München wurde unter der Herrschaft Albrechts V. (Regierungszeit 1550 – 1579) mit der Berufung von Orlando di Lasso als Hofmusiker zu einem der bedeutendsten Musikzentren Europas. Davon zeugt neben dem berühmten Bestand an Notendrucken aus dem 16. und 17. Jahrhundert auch die in außergewöhnlichem Maße kultivierte Chorbuch-Tradition. Der Terminus ‚Chorbuch‘ bezeichnet hierbei eine Quelle mit Vokalmusik, die mehrere Stimmen auf einer bzw. zwei gegenüber liegenden Seiten darstellt. Diese Notationsweise entstand im Zuge der Entwicklung der Mehrstimmigkeit in der Vokalmusik und lange vor der Etablierung der bis heute gängigen Anordnung mehrstimmiger Musik in Partituren. Die früheste Handschrift in chorbuchartiger Notierung (Clm 560) stammt aus dem 12. Jahrhundert, die zentralen Chorbücher sind aus dem 16. und 17., letzte Beispiele entstanden noch bis ins 18. Jahrhundert hinein.

Allein 75 Chorbücher im Groß-Folio-Format stammen aus der Bayerischen Hofkapelle, überwiegend aus der Zeit von Orlando di Lasso als Hofkapellmeister. Mehrere besonders prachtvoll illuminierte Chorbücher gehörten ursprünglich zum persönlichen Besitz der bayerischen Herzöge und Kurfürsten. Im Zuge der Säkularisation gelangten ab 1802 weitere bedeutende Chorbuchhandschriften aus Klöstern in die Hofbibliothek.

Aufgrund von fortschreitender Tintenkorrosion ist der Zustand eines Großteils des Bestandes konservatorisch äußerst heikel, so dass einige der Handschriften bislang von der Benützung ausgeschlossen werden mussten. Durch die Digitalisierung wird nun der Zugang zu diesen wichtigen Quellen ermöglicht. Dabei werden die teilweise bereits vorhandenen schwarz-weiß-Digitalisate vom Mikrofilm parallel erhalten. So besteht auch online die Möglichkeit, in Detailfragen auf einen älteren dokumentierten Zustand der Handschrift zurück zu greifen.

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Täglich aktuell: Neue Digitalisate in den Digitalen Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek. Titel online: 2.316.516

[18.09.2018]

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Version 3.8.7 | 25.10.2016

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