Gebetbuch Karls des Kahlen

Gebetbuch Karls des Kahlen

Das kleinformatige Gebetbuch (14,2 x 11,5 x 3,7 cm) stammt aus dem persönlichen Besitz Karls des Kahlen (823-877), dem Enkel Kaiser Karls des Großen, der 843 die westfränkische Königswürde erlangte und 875 in Rom zum Kaiser gekrönt wurde. Die 46 Pergamentblätter der Handschrift (13,5 x 11 cm) wurden zwischen 846 und 869 in der so genannten Hofschule Karls des Kahlen aufwändig gestaltet. Das Buch enthält Buß- und Stundengebete, Psalmen sowie Gebete für verschiedene Anlässe, die für den Gebrauch Karls abgewandelt wurden. Der Text ist vollständig in Gold, teilweise auf Purpur geschrieben, die Seiten sind mit Ornamentbordüren gerahmt und mit Initialen geziert. Auf der Doppelseite vor einem Gebet zur Verehrung des Heiligen Kreuzes (fol. 38v-39r) finden sich die einzigen figürlichen Darstellungen der Handschrift, zwei ganzseitige Miniaturen, die den Herrscher in Anbetung des gekreuzigten Christus zeigen.

Das Gebetbuch Karls des Kahlen in der Schatzkammer der Residenz München (ResMü.Schk0004-WL) ist das älteste überlieferte Königsgebetbuch des Mittelalters. Es gehört zu einer Gruppe prunkvoller Handschriften höchsten Anspruchs, die im Auftrag Karls des Kahlen entstanden und einen letzten Höhepunkt karolingischer Buchkunst darstellen.

Vom 14. Jahrhundert bis zur Reformation ist die Handschrift im Großmünster von Zürich nachweisbar. Danach gelangte sie in das Kloster Rheinau (Schweiz), wo sie Herzog Wilhelm V. von Bayern 1583 für München erwerben konnte. Den heutigen Einband aus Leder mit Goldstickerei und bayerischen Perlen, ließ wohl erst Kurfürst Maximilian I. von Bayern nach 1635 anfertigen. Dieser ersetzte den ursprünglichen Buchdeckel, der historischen Beschreibungen zufolge zwei Elfenbeinreliefs mit Darstellungen der Verkündigung und der Heimsuchung bzw. der Geburt Jesu Christi aufwies, die sich heute nicht mehr eindeutig nachweisen lassen.

Kooperationspartner: Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

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Gebetbuch Karls des Kahlen - München, Schatzkammer der ....

wohl Reims 847
München, Schatzkammer der Residenz -- ResMü Schk 4 WL

Aktuelles

Neue Digitalisate in unseren SammlungenNeue Digitalisate in unseren Sammlungen

Täglich aktuell: Neue Digitalisate in den Digitalen Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek. Titel online: 2.518.532

[29.03.2020]

Bayerische Staatsbibliothek ab Dienstag, 17. März 2020, geschlossenBayerische Staatsbibliothek ab Dienstag, 17. März 2020, geschlossen

Aufgrund der Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung ist die Bayerische Staatsbibliothek ab Dienstag, 17. März 2020, bis auf Weiteres geschlossen. Diese Vorsichtsmaßnahme erfolgt im Zusammenhang mit dem SARS-CoV-2 (Corona-Virus). Wir bitten um Verständnis. Bereits seit Samstag, 14. März 2020, sind alle Lesesäle, die Plaza, die Ausstellung und das StaBi Café geschlossen.
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lle Veranstaltungen, Führungen und Schulungen vor Ort bis 31. Mai 2020 sind abgesagt.

[16.03.2020]

2,5 millionstes Digitalisat online!

2,5 millionstes Digitalisat online!

Die Bayerische Staatsbibliothek hat soeben ihr 2,5 millionstes Digitalisat online gestellt. Damit sind rund 70 Prozent ihres urheberrechtefreien Bestandes frei im Internet zugänglich. Dies ermöglicht Wissenschaft, Forschung und der breiten Öffentlichkeit einen schnellen und einfachen Zugang zu bedeutenden digitalen Kultur- und Wissensschätzen.

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[12.11.2019]

Digitalisierte Zeitungen: Weitere 1,2 Millionen Seiten online!

Digitalisierte Zeitungen: Weitere 1,2 Millionen Seiten online!

Ab sofort stehen in digiPress, dem Zeitungsportal der Bayerischen Staatsbibliothek, 16 neue und 183 ergänzte Zeitungsunternehmen mit 1,2 Millionen Seiten zur Verfügung. Mittlerweile umfasst das Portal für historische Zeitungen mehr als 7,8 Millionen digitalisierte Seiten.
digiPress zeichnet sich dabei durch eine hohe Nutzungsfreundlichkeit aus. So bietet das Portal einerseits eine Sortiermöglichkeit aller Titel nach dem Verbreitungsort. Andererseits ermöglicht die Kalenderübersicht einen datumsorientierten und damit titelübergreifenden Einstieg. Alle digitalisierten Titel können über die Titelliste einzeln aufgerufen werden und sind im Volltext komplett durchsuchbar.
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Weitere Informationen und Übersicht der neuen Titel

[13.06.2018]

Sir Francis Drakes letzte Reise (1595/96)Sir Francis Drakes letzte Reise (1595/96)

Sir Francis Drakes letzte Reise (1595/96)

Die Handschrift Cod.angl. 2 gehört zu den bedeutendsten englischsprachigen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek. Sie beinhaltet Schriften und Briefe zur englischen Seefahrt aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Am Anfang der Handschrift steht ein Logbuch der letzten Reise des englischen Weltumseglers Sir Francis Drake (um 1540 – 1596). Die Einträge darin umfassen den Zeitraum vom 28. August 1595 bis zum 10. Mai 1596 und beschreiben Tag für Tag den Kurs eines der Schiffe, das an Drakes letzter Expedition nach Westindien (Westindische Inseln) teilnahm. Auch besondere Ereignisse und die zurückgelegte Wegstrecke sind festgehalten. Auf Blatt 13v oben ist der Tod von Sir Francis Drake vermerkt, der 28. Januar 1596.
Die digitalisierte Handschrift wird nun im IIIF-Standard und über den sogenannten Mirador-Viewer bereitgestellt. Um die Lesbarkeit zu ermöglichen, sind den nur mühsam zu entziffernden Einträgen des Logbuchs Transkriptionen als digitale Annotationen beigefügt.

Mehr Informationen
Direkt zum annotierten Logbuch

[03.04.2019]

Virtuelle Führung durch das ScanZentrum des MDZVirtuelle Führung durch das ScanZentrum des MDZ

Virtuelle Führung durch das ScanZentrum des MDZ

In einem ca. fünfminütigen Film gibt das MDZ einen Überblick über die digitale Produktion in der Bayerischen Staatsbibliothek.

[28.11.2018]

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Version 3.8.7 | 25.10.2016

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